Der günstige Ölpreis – eine Gefahr für den Umweltschutz

arrow pointing at oil price falling downDie Autofahrer freut es, die Anleger an der Börse sind beunruhigt, und Experten aus dem Bereich Umweltschutz schauen auch besorgt auf die niedrigen Ölpreise. Tanken ist zur Zeit so günstig wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Autofahrer finden es toll, an der Zapfsäule nun nicht mehr so tief in die Tasche greifen zu müssen. Aber mittlerweile denken Autofahrer auch wieder darüber nach, sich Fahrzeuge zu kaufen, die mehr verbrauchen und dementsprechend auch mehr Abgase in die Luft schleudern.

Spritfresser sind wieder gefragt

Lange Zeit schauten Autokäufer vor allen Dingen auf den Verbrauch eines Fahrzeugs. Hier stand nicht immer nur der Umweltgedanke im Vordergrund, sondern oft auch der teure Sprit. Wenn Benzin und Co. aber nun wieder so günstig zu bekommen sind, kann man ja auch einmal darüber nachdenken, sich wieder eine große Benzinschleuder zuzulegen. Dieser Trend ist bereits in den USA zu sehen. Dort fuhren in der letzten Zeit nur recht wenige Menschen einen Hummer, der auf einhundert Kilometer gute zwanzig Liter in sich hineinfraß. Dementsprechend wurde die Produktion des Wagens auch im Jahr 2010 eingestellt werden. Heute wäre General Motors sicher froh, wenn der Wagen noch vom Band laufen würde, denn die Nachfrage bei den Gebrauchtwagen-Portalen steigt stetig an. Auch viele andere große Wagen sind immer mehr gefragt, unter anderem SUVs und Trucks.

Tendenz zu Geländewagen auch in Deutschland

Auch hierzulande ist der Trend eindeutig, bereits seit Oktober erreichen diese Fahrzeuge immer neue Rekorde beim Absatz. Die Autoindustrie freut es, Umweltschützer sind hier nicht so positiv eingestellt. Sie sehen eine Gefahr darin, dass viele der Anstrengungen, die es im Bereich Klimaschutz bisher gegeben hat, zunichte gemacht werden könnten durch die niedrigen Spritpreise und die damit verbundene Lust auf große Spritfresser. Unter den Preisen leiden müssen die Elektroautos und die Hybrid-Autos, die sich bisher recht gut verkauften.

Nach Jahren des Aufwärtstrends das erste Mal wieder ein Preisverfall

Viele Jahre lang gingen die Spritpreise kontinuierlich nach oben, wenn dann konnte man höchstens einmal kurzzeitig ein paar Cent sparen, aber am nächsten Tag hatte sich das wieder ausgeglichen. Durch die immer mehr steigenden Preise wurden Verbraucher dazu veranlasst, sich dem Thema Energiesparen zuzuwenden. Dementsprechend mussten auch die Unternehmen reagieren, und die passenden Produkte anbieten. Neue Technologien mussten entwickelt werden, und die Politik kam nicht umher, diese neuen Technologien entsprechend zu fördern. Noch Mitte des vergangenen Jahres lag der Ölpreis pro Barrel bei 100 Dollar, jetzt befindet sich der Preis bereits unter 50 Dollar, Tendenz weiter fallend.

Unternehmen gehen von kurzzeitigen Schwankungen aus

Bei den Unternehmen hat der niedrige Ölpreis im Bereich der Produktion noch keine Auswirkungen, dort geht man davon aus, dass die Schwankungen kurzzeitig sein werden, daher gibt es auch beispielsweise noch keinen Autohersteller, der die Produktion von Elektroautos oder auch Hybrid-Autos zurückgefahren oder gar eingestellt habe.

Es gibt auch positive Effekte für die Umwelt

So schwarz wie Umweltschützer diesen Preisverfall auch sehen, es gibt auch positive Effekte. Beispielsweise wird die Gewinnung von Erdöl aus Teersänden, die sehr CO2-intensiv ist, immer unrentabler angesichts des niedrigen Preises, nicht anders sieht es auch beim Fracking aus. Hier hat es in den USA bereits Betreiber und auch Ölfirmen gegeben, die ihre Bohraktivität gemindert haben. Seitens der Experten geht man aber davon aus, dass dieser Verfall nur kurzzeitig ist, und die Preise bald wieder auf das alte Niveau ansteigen werden. Wer sich jetzt ein großes Auto zulegt, das viel Sprit verbraucht, könnte bald vor der Entscheidung stehen, dieses wieder verkaufen zu müssen. Zudem sollte man auch trotz günstiger Preise die Umwelt im Kopf haben, schließlich gibt es nur die eine.

 

Bild: © revleha / fotolia.com