Sep 15

Plakate und Nazis

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Macht Dich das politisch intelligenter, wenn Du meine Adresse kennst? Also ich bin mir da in jüngster Zeit keinen Vorfällen bewusst. “Also ich bin mir da in jüngster Zeit keiner Vorfälle bewusst.” müßte es wohl heißen. Aber ich weiß….”shit happens!” Wenn Du Dir keiner Vorfälle bewußt bist, muß das nicht automatisch heißen, daß es keine gab. Oder wohnst du etwa in den 80er Jahren?Wohnen kann man nur in Räumen, nicht in Zeiten. Aber….”shit happens!” Könnte natürlich möglich sein, obwohl ich bez. der physikalischen Machbarkeit von Zeitreisen etwas skeptisch bin…Ich begrüße Deine Skepsis und versichere Dir, daß sie diesbezüglich durchaus angebracht ist. Tja, Sitzblockaden, selbst die friedlichsten, sind eben auch eine Form der Gewalt. Und jetzt jammerst Du, daß “Zivilcourage” auch mal blaue Flecken verursachen kann. rotfl. Das kommt bestimmt aus der selben Ideoligie, wo auch das Gesetz der Strafbarkeit von “passiver Bewaffnung” stammt, also wenn man sich auf der Straße beim Vertreten seiner Meinung nicht verprügeln lässt und zum Selbstschutz mit Helm oder Schienbeinschohnern auftaucht. Naja, was die “Ideoligie” betrifft….”shit happens!” Nun stell Dir aber mal vor: Gesetze müssen in einem Rechtsstaat für alle gelten. In Deinem kleinen Beispiel müßten sie also dann auch für die “Nazis” gelten. Auch wenn Dein Horizont wohl nicht ausreicht, sich die Konsequenzen auszumalen, so würde es dann dennoch durch die “passive Bewaffnung” ganz schnell Mord und Totschlag geben. Und kein Staat der Welt, der sich nicht selbst abschaffen will, würde seiner Polizei eine solche Gefährdung, linke und rechte Geharnischte auseinanderhalten zu müssen, zumuten wollen. Klar, dass die Knüppelfreunde und Polizeistaatfanatiker sowas nicht toll finden. Klar, daß das über Deinen Horizont geht. Die Gesetze haben oft genug ausgereicht, um eine Nazidemo abzubrechen, wenn der Widerstand aus sicht der Polizei zu stark gewesen wäre. Es ist einfach Polizeiwillkür, es mal hier zuzulasse und dort zu unterbinden. Auch dagegen richtet sich der Protest!Also bei Deiner juristischen Kenntnis, die Du hier weiter oben zum Besten gibst, will ich das mal lieber offen lassen. Was ich auf jedenfall selber entscheide ist, wann ich etwas gegen Nazischweine mache. Das lass ich mit nicht von irgendwelchen Politikern, denen es grad mal in den Kram passt oder auch nicht, vorschreiben. Entweder man bekämpft Nazis überall oder man lässt es bleiben! Was auch immer Du tun oder lassen willst: Du mußt die Konsequenzen Deines Handelns tragen. Rumjammern hilft da Deinem kleinen Kämpferherz nicht. Auch wenn du hier den Oberschlaumeier spielst und mir was von politischer Realiät erzählen willst. Naja, ich fürchte, daß Dir die Realität letztlich selbst irgendwann die richtigen Einsichten erst einprügeln muß. Ich finds zwar bedauerlich, aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich! Dann fang aber nicht an, großkotzig zu behaupten, du könntest meine politischen Aktivitäten einschätzen…Wo hätte ich mich dessen schuldig gemacht? Wer Leute, die sich gegen Mörder und ihren politischen Rückhalt engagieren, als “Abschaum” betitelt, den kann man wohl nur als “Arschloch” und als Sypmatisant von Naziterror bezeichnen… Das Wort “Abschaum” kam von Dir und ich spiegelte es Dir nur zurück. “Sypmatisant”….naja…”shit happens!”Also nur zu! Bei der Schulung, die Du im Umgang mit Andersdenkenden hast, ist noch viel von Dir zu erwarten. Alle Achtung für diese Stumpfsinnigkeit! Gegen Dich kann da jeder andere offensichtlich nur Zweiter sein! Ich bezweifle sogar, daß mich das irgendwie interessieren täte! Du scheinst Dich wirklich sehr wichtig zu nehmen. Ich bezweifel, dass du überhaupt verstanden hast, was ich geschrieben habe. Ich schrieb nämlich, dass ich auch genau gegen diese Politik, in welcher du schon ganz richtig faschistoide Tendenzen erkannt hast, ebenfalls aktiv bin. Das wird von dir aber plump ignoriert. Passt wahrscheinlich nicht zu der Schublade, in die du mich stecken willst… Ich sag ja, Du nimmst Dich ein bischen zu wichtig. Ich würde Dich in keine meiner Schubladen aufnehmen wollen. Die Mühe lohnt nicht, da die richtige zu suchen. Außerdem scheinst Du mir in Deiner eigenen Schublade recht glücklich zu sein. Sie drucken ihre Wahlplakate bei vielen verschiedenen anbietern oder sie machen die Plakate selber und dann kann jeder ihre Gedanken nachvollziehen.

Sep 14

Anbau von Lebensmitteln

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Die EU-Kommission hat am 23.Juli 2003 eine Empfehlung für die Koexistenz gentechnisch veränderter (GVO), konventioneller und ökologischer Kulturen ausgearbeitet. Sie läuft auf eine Zerstörung sämtlicher herkömmlicher Anbauformen hinaus und ist ein Betrugsmanöver. Warum? Statt Veto gegen GVO, wird dieses wissenschaftlich unausgegorene Zeug zugelassen. Der Hintergrund ist, dass dies nach neoliberalen Muster, was der EU zugrunde liegt (vgl. auch geplante EU-Verfassung) geschehen soll. Das neoliberale Motto lautet: jeder darf anbauen und kaufen, was er will. Die Empfehlung der EU-Kommission versucht die Leute auszutricksen. Die Bezeichnung „Empfehlung“ beinhaltet nämlich nur, dass diese auf bereits festgeschriebener und gesetzlich bindender Grundlage zugelassene GVO-Zeugs, letztlich die Problematik nach unten, zu den Bauern, verlagert wird. Sowohl Anbau als auch Verzehr sind bereits dereguliert, d.h. ohne Möglichkeit der primären Regulierung im Sinne der menschlichen Gesundheit. Entsprechend schlägt die Kommission irgendwelche Absprachen unter den Bauern, Registrierungen, Aufzeichnungen, Schlichtungsstellen usw. vor. Der Trick ist nur, dass die Kommission genau weiß, dass eine wirkliche Trennung gar nicht möglich ist. Deshalb legte man/frau eine Kennzeichnungspflicht erst ab 1 Prozent fest (Verordnung Nr.49/2000). Warum? Weil, wie sowohl Verbraucherschutz und noch mehr Greenpeace, nachwiesen, eine registrierte Erfassung und Kennzeichnung unter 1 Prozent GVO, bedeuten würde, dass 50 – 80 Prozent (je nach Schwellwert) ausgezeichnet werden müssten. Anders gesagt: Verbraucher/in finden keine Kennzeichnung „no GVO“, essen jedoch trotzdem GVO („leicht“?) verseuchtes Zeug. Die EU-Empfehlung zur Koexistenz macht sich diese Toleranz für Gesundheitsschädigungen mit folgendem Trick zu nutze: Zitat: „Nach der Verordnung zum ökologischen Landbau dürfen bei der
Erzeugung ökologischer Lebensmittel keine gentechnisch veränderten Organismen verwendet werden“(S.13). Super, denkt sich der Öko-Freak. Nur täuscht er sich. Es dürfen nur nicht – gut aufpassen – „Zutaten, einschließlich Saatgut (verwendet werden), die als GVO-haltig gekennzeichnet sind“. D.h. für die Kommission – und hier wird sie nun endlich deutlich -: „ Erlaubt ist dagegen die Verwendung von Saatgutpartien, die gentechnisch verändertes Saatgut unterhalb der festgesetzten Schwellenwerte (die also aufgrund ihres GVO-Gehalts nicht gekennzeichnet werden müssten) enthalten“ (Zitatende). Es ist also beim GVO-Anbau nichts mehr mit ökologischen Anbau. Er lässt sich nicht mehr machen, sobald GVO-Anbau zugelassen wird. Deshalb die EU-Erfindung der 1-Prozent-Auszeichnungsgrenze. Natürlich sind diese Lobbyisten-Politiker der Kommission nicht dumm. Was passiert denn, wenn z.B. gesundheitliche Schädigungen trotz 1-Prozentgenze auftreten? Dann wird der Schwellwert vielleicht reduziert, doch es bleibt die Zulassung. Mann und Frau in Brüssel versuchen mit einer Schwellwert-Diskussion, einer Diskussion über kompletten Verzicht die Luft aus den Segeln zu nehmen. Dabei ist ein Weg zurück nur schwer möglich. Wann merkt denn überhaupt der Konsument, dass sein Krebs von GVO-Zeugs kommt? Ja, dann werden bestenfalls Prüfungsverfahren verbessert, manche (die nicht nachweisbaren) Erkrankungen, weiter genehmigt, wie überhaupt der Nachweis den Geschädigten zu geschanzt wird. Wer gegen solche Kriminalität etwas machen will, sollte vor allem eines nicht vergessen: Das Konzept einer nicht einmal repräsentativ demokratischen „EU-Verfassung“ ablehnen. Denn hier geht wirklich nicht mehr „alle Gewalt vom Volke aus“. Es nicht einmal eine Verfassung, sondern ein Wirtschaftsvertrag mit unverbindlichen Verpflichtungen. „Wir werden alles schon nach demokratischen Regeln betreiben“ versprechen neoliberale Politiker, obwohl primär nur der (neoliberale) Wirtschaftsaufschwung zählt. Seit Rot-Grün wissen wir ja, dass es nichts Menschenwürdiges mehr gibt, solange die Herren der Wirtschaft nicht so den Laden steuern dürfen, wie sie es wollen. Dazu gehört auch die GVO-Industrie. Ein GVO-Anbau ist ohne Macht der Wirtschaft als EU nicht möglich. Die EU ist ein Schritt der bereits März 2001 heimlich innerhalb der WTO durch Art. VI.4 GATS vereinbarten Entmachtung der Parlamente zugunsten der Renditen der wirtschaftlichen Macher (gut dargestellt in „Greg Palast „shame on you“, S.187). Die Tricks zum GVO-Anbau sind
gutes Anschauungsmaterial. Davon gibt es allerdings noch mehr. Wer heute noch für eine EU-Verfassung ist, weil doch irgendwo „etwas besser als früher“ sein soll, hat nicht verstanden, um was es geht, oder will nichts verstehen.